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Urige Zeiten
» Die Eiszeit« |
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Das Eis kommt |
Kalt- und Warmzeiten |
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Gletscher und Geschiebe |
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Ursachen der Vereisung |
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Ausdehnung des Eises |
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Aufbau eines Gletschers |
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Zeittafel der Eiszeit |
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Tiere der
Eiszeit |
Anpassung |
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Fundstellen |
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Tiere des jüngeren
Eiszeitalters |
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Das Mammut |
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Das Wollhaarnashorn |
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Andere Pflanzenfresser |
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Raubtiere |
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Höhlenlöwe, Höhlenhyäne |
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Der Höhlenbär |
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Pflanzen
der Eiszeit |
Übersicht |
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Kalt- und Warmzeiten
top
Dass es einmal vor langer
Zeit auf unserem Planeten
sehr kalt gewesen ist, weiß
jedes Grundschulkind. Wir
sprechen heute von dieser
Zeit als der "Eiszeit",
obwohl es so eindeutig damit
gar nicht war.
Die Eiszeit war nämlich
keineswegs ein
zusammenhängender Zeitraum
großer Kälte. Es hat mehrere
solcher Eisschübe gegeben.
Dazwischen aber gab es
ebenso ausgedehnte
"Zwischeneiszeiten", die in
Wahrheit regelrechte
Warmzeiten waren. Um ganz
genau zu sein, es war zum
Teil so warm in unseren
Breiten, dass es bei uns wie
in Afrika aussah und im
Rhein die Nilpferde
plantschten. Unglaublich,
nicht wahr?
Es ist erwiesen, dass es in
der langen Geschichte
unserer Erde vorher schon
Eiszeiten gab. Vielleicht
sind deswegen (neben anderen
Ursachen) die Dinosaurier
ausgestorben. Wir sprechen
also bei "unserer Eiszeit'
nur von einem Zeitraum, den
wir überschauen und gut
nachweisen können.
Andererseits kann aber auch
kein Forscher sagen, ob wir
heute nicht immer noch in
der Eiszeit bzw. in einer
Zwischeneiszeit sind.
Immerhin gibt es in
nördlichen Breiten den
niemals auftauenden
Dauerfrostboden. Zudem haben
Umweltfaktoren den
natürlichen Ablauf sicher
sehr durcheinander gebracht.
Es gab insgesamt viermal den
Wechsel von kalt nach warm.
Die jeweiligen Eisvorstöße
hat man nach Flüssen
benannt, die das Eis
nachweislich erreichte.
Dabei unterscheidet man
zwischen einer süddeutschen
und einer norddeutschen
Vereisung:
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süddeutsch |
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norddeutsch | |
Würm |
entspricht |
Weichsel | |
Riss |
entspricht |
Saale | |
Mindel |
entspricht |
Elster | |
Günz |
|
nicht
nachgewiesen |
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Gletscher und Geschiebe
top
Gletscher entstehen
Vor 1 Millionen Jahren, so
glaubte man bisher, hat die
erste Vereisung mit ihren
merklichen klimatischen
Veränderungen eingesetzt.
Mittlerweile aber sind sich die
Forscher einig: es hat eine
Vorlaufzeit von 2 Millionen
Jahren gegeben. Auch die
Übergänge zwischen den Kalt- und
Warmzeiten sollen schneller als
bisher angenommen stattgefunden
haben. Dies jedenfalls haben
Bohrproben des Jahrmillionen
alten Festlandeises auf Grönland
ergeben. Die Periode der letzten
Vereisung endete vor 10 000
Jahren.
Es war nicht so, dass es während
der Eiszeit gnadenlos kalt war.
Vielmehr waren die Sommer kurz
bei geringer Sonneneinwirkung.
Die Landschaft war karg, ohne
Wälder, eine Tundra wie man sie
heute auf Spitzbergen und in den
nördlichen Gebieten Eurasiens
findet. Der Schnee des
vorhergehenden Winters taute
jeweils nicht richtig ab und
blieb liegen. Starke Schneefälle
in Skandinavien und in den Alpen
und das Fehlen der
Schneeschmelze ließen die
Schneemassen ernorm wachsen, die
unter ihrem eigenen Druck
zunehmend vereisten und
vergletscherten, Je dicker das
Eis wurde, umso beweglicher
wurde es merkwürdigerweise. Der
Druck, den die 3000 Meter dicke
Eisdecke über Skandinavien
erzeugte, war so groß, dass die
Gletscher sich in Bewegung
setzten, immer weiter in die
Täler vordrangen und schließlich
als Inlandeis die Ebenen
Norddeutschlands bedeckten.
Insgesamt lag die
Jahresdurchschnittstemperatur in
den Vereisungsperioden 8-100
C unter der heutigen.
Grund- und Endmoränen
Pro Jahr schoben sich die
Gletscher etwa 50 m nach Süden
von Eine 1 bis 3 km hohe
Inlandeisschicht bedeckte Europa
auf einer Fläche von 6 bis 7
Millionen Quadratkilometern.
Diese riesigen Eismassen wirkten
wie ein gewaltiger Hobel. Die
norddeutsche Ebene hobelten sie
flach und hinterließen den
Schutt als Grundmoränen.
Gleichzeitigen schoben sie große
Erdwälle - die Endmoränen
- vor sich her.
Geschiebe und Findlinge
Solche Überreste, das so
genannte Geschiebe,
können wir heute als Nachweis
des Eisvordringens verwenden. So
findet man in Norddeutschland
enorme Gesteinsblöcke, so
genannte Findlinge, die
ursprünglich in Skandinavien zu
Hause waren. Durch die
Gletscherbewegungen wurden sie
zu einer unfreiwilligen Reise
über eine Entfernung von bis zu
1700 Kilometern gezwungen. Ganz
nebenbei hat das hobelnde Eis
natürlich auch all das zerstört,
was Steinzeitmenschen eventuell
in diesen Bereichen während der
Warmzeiten hinterlassen haben.
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Ursachen der Vereisung
top
Warum es zur Eiszeit kam
kann niemand genau sagen,
aber es gibt verschiedene
Theorien darüber: -
Ein Komet könnte die
Erde getroffen haben.
Durch den gewaltigen
Aufprall kam es zu einer
Umweltkatastrophe. -
Vulkanausbrüche könnten
mit ihre Asche die Sonne
verdunkelt haben. -
Veränderungen in der
Erdbahn oder der
Stellung der Erdachse,
bewirkten, dass der
Einfallswinkel der Sonne
sich änderte. -
Durch erhöhten
Kohlendioxidgehalt in
der Erdatmosphäre
entstand das Gegenteil
des heute viel
diskutierten
Treibhauseffektes, der
Glashauseffekt. -
Veränderungen durch
Meeresströmungen oder
Gebirgsbildungen, die
den Wärmehaushaft des
Erdmantels durcheinander
brachten.
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Ausdehnung des Eises
top
Größte Ausdehnung des
Inlandeises in Europa während
der Eiszeit
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Aufbau eines Gletschers
top
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Zeittafel der Eiszeit
top
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Jahre vor
der Zeitrechnung |
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Nacheiszeit |
1.200 |
Bronzezeit |
Späte Wärmezeit | |
2.000 |
Jungsteinzeit | |
3.000 |
Mittlerer
Wärmezeit | |
4.000 |
Mittelsteinzeit | |
5.000 | |
6.000 |
Frühe Wärmezeit | |
7.000 |
Vorwärmzeit | |
Eiszeitalter |
8.000 |
Jüngere
Altsteinzeit |
Würm-Eiszeit | |
40.000 |
Mittlere
Altsteinzeit | |
80.000 | |
120.000 |
Warmzeit | |
200.000 |
Ältere
Altsteinzeit |
Riss-Eiszeit | |
300.000 |
Warmzeit | |
400.000 |
Mindel-Eiszeit | |
500.000
1 Million |
Warmzeit | |
Günz-Eiszeit | |
Ältere Warm- und
Kaltzeiten | |
Zeittafel stark
vereinfach,
regionale
Abweichungen möglich |
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Anpassung
top
Die klimatischen
Veränderungen der Kalt- und
Warmzeiten wirkten sich
natürlich auf die Pflanzen-
und Tierwelt aus. Die
Tiere der Eiszeit gab es
also gar nicht. Es lebten
jeweils Tiere, die sich den
Umweltbedingungen anpassen
konnten. In den Zeiten und
Gebieten der tatsächlichen
Vereisung lebten daher
Tiere, wie wir sie heute
auch in den nördlichen
Breiten und polaren Zonen
finden. Andererseits
unterschieden sich die Tiere
und Pflanzen bei uns - wie
wir bereits erwähnt haben -
in den Warmzeiten gründlich
von denen, die wir gewohnt
sind.
Die umfassende Vereisung in
den Hochgebirgen trieb ihre
Bewohner in andere Gebiete,
sodass man zum Beispiel im
Ruhrgebiet Überreste von
Gemsen und Steinböcken
finden konnte.
Viele urzeitliche Tiere
haben die Zeit überdauert,
andere sind ausgestorben.
Die Gründe dafür sind
vielfach unklar, die
Vermutung liegt nahe, dass
mit der stetigen Entwicklung
des Menschen auch ihre
Bedrohung und die ihres
Lebensraumes wuchs.
Mit der Vereisung wanderten
kälteliebende Tiere ein. Sie
konnten sich in der Nähe des
Inlandeises aufhalten.
Mammut,
Wollhaarnashorn,
Moschusochse, Elch
und Rentier konnten
nachgewiesen werden. In
einiger Entfernung vom Eis
lebten Höhlenbär,
Höhlenlöwe, Wildpferd
und Riesenhirsch.
Über das Aussehen und die
Lebensweise auch der
ausgestorbenen Urtiere
können sichere Aussagen
gemacht werden, weil gut
erhaltene und oft
erstaunliche Funde zur
Verfügung stehen.
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Fundstellen
top
Nun findet man die Überreste
dieser Tiere nicht überall,
es müssen schon bestimmte
Bedingungen erfüllt sein,
damit Teile oder gar ganze
Individuen erhalten blieben.
Hauptsächlich wurde Funde
gemacht in Mooren,
Flussablagerungen,
Höhlenablagerungen,
Dauerfrostböden und
Erdwachsschichten.
Normalerweise zersetzen sich
die Gewebeteile der Tiere,
sodass hauptsächlich
Knochen, Geweihe und Hörner
gefunden werden. Nur in den
genannten Dauerfrostböden
und Erdwachsschichten wurden
bisher komplette Tiere
gefunden. Logischerweise
stammen die meisten
Exemplare aus den vereisten
Böden Sibiriens.
Erdwachsschichten (bestehend
aus mit Salzwasser und Erdöl
versetztem Boden)
konservieren die Kadaver
ebenfalls sehr gut.
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Tiere des jüngeren
Eiszeitalters
top
Dachs - Damhirsch - Eisbär -
Eisfuchs - Elch - Fischotter
- Gämse - Höhlenbär -
Höhlenhyäne - Höhlenlöwe -
Luchs - Mammut -
Moschusochse - Panter - Reh
- Rentier - Riesenhirsch -
Rotfuchs - Rothirsch -
Rotwolf - Saiga-Antilope -
Steinbock - Steppenwisent -
Vielfraß - Wildesel -
Wildkatze - Wildpferd -
Wildschwein - Wolf -
Wollhaarnashorn
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Das Mammut
top
Das
Mammut ist von allen
vorgeschichtlichen Tieren
sicher das aufregendste.
Aber es ist auch das am
besten erforschte. Durch die
Funde im Dauerfrostboden und
die modernen
Untersuchungsmethoden weiß
man über seine Lebensweise,
was es aß, über sein
Wachstum und über sein
Alter. Die Forscher können
sogar erkennen, ob ein Tier
Zahnweh oder Rheuma hatte.
Die Größe der Mammute wird
immer überschätzt. Mit
durchschnittlichen 2,40 bis
3,50 m Körperhöhe bleiben
sie im Rahmen der
heutigen Elefanten. Sie
hatten ein Gewicht von 80
bis 120 Zentnern und aßen 3
bis 5 Zentner pflanzliche
Nahrung am Tag.
Das Mammut hatte ein
außerordentlich dichtes,
langhaariges Fell und war
dadurch gut gegen die
extreme Kälte geschützt.
Ohren und Schwanz waren sehr
klein und konnten nicht
erfrieren. Die gewaltigen
Stoßzähne, die ständig
nachwuchsen, waren nicht nur
Abwehrwaffen gegen
Angreifer, sondern dienten
auch als Schneeschieber, um
an die Futterpflanzen zu
gelangen. Das kann man an
den Abnutzungen an der
Unterseite der Stoßzähne
erkennen.
Wie der Stammbaum der
Rüsseltiere zeigt, gab es
eine Vielfalt von ihnen. Das
Mammut gehört dazu, ist
sozusagen ein stark
behaarter Elefant. Besonders
die Zähne der Mammute haben
es den Forschern angetan.
Vielleicht, weil man so
viele davon gefunden hat. So
hat ein Museum im Ruhrgebiet
zum Beispiel allein 200
Backenzähne von Mammuten in
seinem Besitz, die alle aus
der Umgebung stammen.
Elefantenzähne entwickeln
sich anders als bei anderen
Säugetieren. Der neue Zahn
baut sich im hinteren Teil
des Kiefers auf und schiebt
sich dann nach vorne,
während der alte Zahn nach
und nach in Einzelteilen
abgestoßen wird. Mammute
wechselten im Laufe ihres
Lebens sechsmal die Zähne.
Der sechste Satz konnte
nicht mehr ersetzt werden.
War er abgenutzt, so musste
das Tier sterben. 50 bis 60
Jahre - schätzt man - wurden
Mammute alt, wie unsere
Elefanten.
Was sagen uns nun heute die
Mammutzähne? -
An der Lamellenzahl kann
das Alter der
Tiere abgelesen werden. -
Krankheiten können
verfolgt werden. Sogar
Karies gab es damals
schon bei diesen Tieren. -
Die Art der Nahrung
kann an der Abnutzung
der Zähne abgelesen
werden, etwa, ob es viel
Gras oder viele
Sträucher vertilgt hat.
Es wurde schon erwähnt. dass
im sibirischen
Dauerfrostboden unverweste
Mammutleichen gefunden
wurden, die Aufschluss gaben
über Aussehen, Größe und -
auf Grund des auch
vorhandenen Mageninhalts -
die Ernährungsgewohnheiten
der Tiere. Sommers aßen sie
Gräser und Kräuter der
Steppen und Tundren, winters
bestand die Nahrung aus
Sträuchern, Flechten und
Moosen der Wälder, in die
sie sich zurückzogen.
In unseren Breiten hat man
nur Skelette von Mammuten
gefunden. Da diese selten
vollständig waren, musste
man sie für Museumszwecke
rekonstruieren. So wurde in
einem Museum ein
Mammutskelett aus den
Knochen einer Fundstelle
zusammengesetzt, an der die
Überreste von 22 Mammuten
gefunden wurden. Im
Verhältnis zur Größe der
Tiere war das Gehirn der
Mammute relativ klein, auch
im Vergleich zu anderen
Tieren.
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Das Wollhaarnashorn
top
Ähnlich
interessant wie das Mammut
erscheint uns heute das
Wollhaarnashorn, weil es auch
ausgestorben ist. Dieses Nashorn
ist ein typischer Vertreter der
Eiszeit, angepasst an das raue
Leben der Kälteperioden. Eine
dichte rotbraune Behaarung und
ein Fettpolster im Nacken
machten ihm das Leben in der
Kaltsteppe möglich.
Das Wollhaarnashorn war etwa 3 m
lang bei einer Höhe von 1,60 m.
Es hatte zwei Hörner, davon
wurde das vordere 1 m lang. Mit
dem Ende der letzten Vereisung
starb das Wollhaarnashorn aus.
Auch von diesem Tier blieben
gute Exemplare im
Dauerfrostboden erhalten.
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Andere Pflanzenfresser
top
Nicht alle Tiere der Eiszeit
sind ausgestorben. Einige
Arten leben noch frei,
andere wiederum konnten nur
durch Haltung und Züchtung
in Zoos überleben. Dazu
gehört zum Beispiel der
Waldwisent, während der
Steppenwisent ausstarb.
Pferde, wie wir sie
heute kennen, haben eine
lange Entwicklungsgeschichte
hinter sich und waren vor
Jahrmillionen verblüffend
klein. Auch hatten sie
früher Zehen, die Hufe
bildeten sich erst als Folge
ihrer Anpassung an den
Steppenboden heraus.
Moschusochsen
gibt es heute noch auf
Grönland, in Alaska und in
Norwegen. Sie
sind der Kälte bestens
angepasst und sehr
anspruchlos. In der Eiszeit
gab es sie bis zu den
Pyrenäen. Moschusochsen sind
verwandt mit Rindern und
Schafen. Interessant ist die
Art und Weise, wie sich eine
Moschusochsenherde gegen
äußere Feinde wehrt. Sie
bildet eine Art "Wagenburg"
und nimmt ihre Jungtiere in
die Mitte. Welcher Angreifer
möchte schon diesen
drohenden Horngebirgen zu
nahe kommen?
Schließlich gab es in der
Eiszeit noch Hirsche
und Elche,
Antilopen und
"Bocktiere" aller Art.
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Raubtiere
top
Natürlich gab es in der
Eiszeit - wie heute - nicht
nur friedliche
Pflanzenfresser. sondern
auch gefährliche Raubtiere.
Das Wort "gefährlich" ist
allerdings ein Begriff, der
aus der menschlichen
Sichtweise stammt. Die Natur
unterscheidet nicht nach
harmlos und gefährlich,
sondern nach dem Nutzen, den
ein Wesen dem Gesamtsystem
bringt.
Den Raubtieren kommt
dreierlei Bedeutung im
natürlichen Kreislauf zu.
Erstens sorgen sie dafür,
dass keine Überbevölkerung
unter den einzelnen
Tierarten entsteht. Zweitens
betreiben sie die Auslese.
Alte, kranke und schwache
Tiere fallen den Raubtieren
zuerst zum Opfer. Für uns
Menschen sind das
bedauernswerte Geschöpfe,
für die Natur sind sie
hinderlich bei der Erhaltung
und Vermehrung gesunder,
widerstandsfähiger Arten.
Drittens schließlich sind
Raubtiere die
Gesundheitspolizisten der
Natur. Sie fressen das Aas
und verhindern so, dass sich
Krankheiten oder gar Seuchen
ausbreiten.
Die Natur hat die Tiere
entsprechend ihrer
Bestimmung ausgestattet. An
den Gebissformen kann man
diese Bestimmung ablesen.
Was dem Menschen sein
Werkzeug ist, ist den Tieren
ihr Gebiss. Ein
Pflanzenfresser muss also
ganz anders mit Zähnen
bestückt sein als ein
Fleischfresser, ein Nager
anders als ein Allesfresser.
Viele der eiszeitlichen
Raubtiere - Luchs,
Dachs, Vielfraß,
Wildkatze, Fuchs,
Wolf, Marder -
sind uns bis heute erhalten
geblieben, obwohl sie
manchmal wie der Luchs -
auch stark vom Aussterben
bedroht sind. Höhlenlöwen,
Höhlenbären und
Höhlenhyänen haben die
Eiszeit nicht überdauert.
Raubtiere in unseren Breiten
haben sich immer gern in
Höhlen zurückgezogen.
Entsprechend hat man dort
auch sehr schöne Funde
gemacht.
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Höhlenlöwe, Höhlenhyäne
top
Überreste von Höhlenlöwen
und Höhlenhyänen wurden sehr
häufig gefunden. Bei den
Löwen rätselte man zunächst,
ob es sich nicht um Tiger
handelte. Erst am Gebiss
entschied sich die Frage.
Der Höhlenlöwe war etwa ein
Drittel größer als ein
heutiger Löwe. Er war in
Gebieten mit Höhlen genauso
verbreitet wie in Gebieten
ohne. Seine Größe ergibt
sich aus einer
Gesetzmäßigkeit, nach der
Säugetiere der gleichen Art
zu den Kältegebieten hin
größer werden, weil große
Körper eine verhältnismäßig
kleinere wärmeabstrahlende
Oberfläche haben als kleine
Körper.
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Der Höhlenbär
top
Auch der Höhlenbär lebte
keineswegs - wie der Name
scheinbar sagt -
ausschließlich in Höhlen. Er
war in ganz Europa zuhause.
Und auch er war ein Drittel
größer als unser Braunbär.
Wenn man Höhlenbärenskelette
in Museen sieht, so sind
diese fast immer aus
Einzelstücken
zusammengesetzt. Es wurden
nur äußerst selten
vollständige Skelette
gefunden. Außerdem wurde schon
erwähnt, dass es die
Aasfresser gab, die
natürlich für eine vollkommene
Verwertung toter Kadaver
sorgten.
Der Höhlenbär war
überwiegend ein
Pflanzenfresser, hatte aber
ein Allesfressergebiss,
sodass er auch auf tierische
Nahrung ausweichen konnte.
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Übersicht Pflanzen
top
Anhand von Bodenproben wurde
der Zusammenhang zwischen
den klimatischen
Veränderungen der Eis- und
Nacheiszeit und den jeweils
vorherrschenden
Pflanzenarten nachgewiesen.
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Jahre vor
Zeitrechnung |
Pflanzenwelt in
Mitteleuropa | |
Nacheiszeit |
1.000 |
Buchenwald | |
2.500 |
Eiche, Buche | |
4.000 |
Ahorn, Linde,
Erle, Eiche | |
5.000 | |
6.500 |
Erle, Hasel | |
7.000 |
Kiefer, erste
Eichen, erste
Ulmen | |
Eiszeitalter |
8.000 |
Birke,
Zitterpappel,
Kiefer | |
9.000 |
Tundra,
Polarbirke,
Dryas | |
10.000 |
Tundra,
lichter Wald,
Birke, Kiefer | |
13.000 |
Parktundra,
erste Baumbirken | |
20.000-120.000 |
Tundra,
Zwergbirke,
Silberwurz
(Dryas), Gräser,
Moose, Flechten | |

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