Einführung
Möglicherweise haben sich viele Gitarristen manchmal gefragt, ob sie denn eigentlich noch das richtige Instrument spielen. Synthesizer und Computer haben die Musikproduktionsstätten in aller Welt erobert, und so mancher Hit entstand ohne den Einsatz auch nur eines aktiven zusätzlichen Musikers an Keyboards und Klangmaschinen.
Während der Rock'n'Roll oder die Entwicklung des Beat nicht ohne die klassische Gitarrenbesetzung denkbar ist, ist es heute möglich, Gitarre (aber auch Bass und Drums) per Tasten zu spielen. Die moderne Elektronik macht es möglich, jeden beliebigen Klang zu digitalisieren, ihn also als Dateninformation abzuspeichern und bei Bedarf wieder aufzurufen. Hochwertige Systeme wie Fairlight oder Synclavier schaffen dies mit verblüffender Echtheit, allerdings zum Preis eines Einfamilienhauses. Wenn man heute etwa auf einer Techno-CD eine fetzende E-Gitarre vernimmt, so stammt diese fast immer aus dem Soundarchiv eines Computers oder Samplers.
Hat der Gitarrist mit seiner altmodischen Gitarre überhaupt noch eine Aufgabe bei solchen Möglichkeiten? Wenn man sich an dem orientiert, was die Plattengesellschaften möchten, sicher nicht. Andererseits haben aber gerade “Gitarren-Opas” wie Eric Clapton, Mark Knopfler, Carlos Santana
oder Gary Moore mit ihren Konzerten und CDs immer wieder riesigen Erfolg.
Es ist also nach wie vor richtig, die Gitarre als wichtiges Rock- und Pop-Instrument zu betrachten. Auch die nachwachsende Musikergeneration sieht das so. Gitarren-orientierte Bands bestimmen mehr und mehr die Richtung. Ein gutes Beispiel dafür war Anfang der 90er Jahre die Grunge-Bewegung aus Seatle. Aber die Gitarre ist ein Instrument, mit dem man sich auseinandersetzen muss, mit dem man kämpfen muss. Es ist einfach, aus einem Keyboard ein Klanggebirge herauszuholen; bis es auf der Gitarre brauchbar klingt, benötigt der Spieler sehr viel Ausdauer (wobei natürlich ein Keyboarder für ein gutes Spiel ebensoviel Energie aufwenden muss).
Aber wie viel lebendiger ist doch ein rauer Garagenklang gegenüber heutigen Mainstream-Produktionen. Den Blues oder Rock selbst ertasten, erfühlen, erleiden auf den Saiten, das ist eben der Unterschied. So mag das Gitarrespielen in den Hitparaden ein wenig außer Mode sein, tatsächlich kommen die wirklichen Innovationen in der Popmusik immer wieder von den Gitarristen. Eigentlich ist daher jede Band ohne Gitarrensounds ein Klangkörper ohne Seele.
Nun geht es hier zunächst um die akustische Gitarre. Der Rockmusiker darf dieses Thema nicht einfach beiseite schieben, schließlich stammt doch sein geliebtes elektrisches Jammerholz von ihr ab. Kaum ein aktiver Rockgitarrero, der nicht auch eine Klampfe in der Ecke stehen hat und in stillen Stunden darauf spielt. Gerade wenn es darum geht, Songs auszutüfteln, greift man am liebsten zur akustischen Gitarre.
Und auch auf den Bühnen sind akustische Gitarren nicht
wegzudenken. Gerade, wenn im Set der ruhige Part angesagt ist,
folgt automatisch der Griff zur Western. Auf dieser Seite gibt es einen Überblick über die Formen und Möglichkeiten.
Verwandte
top
Zwei Verwandte der akustischen Gitarre möchte ich hier noch erwähnen, da sie vom akustischen Prinzip und der Spielweise her sehr ähnlich sind: die Mandoline und das Banjo.
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Mandoline |
Banjo |
Die Mandoline ist italienischer Herkunft und gehört zur Familie der Lauteninstrumente. Sie hat einen tiefen, halb birnenförmigen Schallkörper und einen relativ kurzen Hals mit Bünden und einer leicht nach hinten geknickten Wirbelplatte, über die vier Doppelstahlsaiten laufen, die wie eine Violine gestimmt sind. Die Seiten werden durch schnellen Wechselschlag mit einem Plektrum angeschlagen, wodurch der typische Tremoloklang entsteht. Die Decke ist unterhalb des Steges etwas abgeschrägt, was zur Erhöhung der Saitenspannung beiträgt und einen brillanteren Klang ermöglicht. Die Mandoline wird oft und gerne in Folkgruppen und in der amerikanischen Bluegrass-Tradition eingesetzt.
Das Banjo ist ein Zupfinstrument mit Korpus, der aus einem tamburinähnlichen, unten meist offenen Holz- oder Metallrahmen besteht, über den ein Fell gespannt ist. Der Hals ist lang und schmal mit Bünden. Es sind Drahtsaiten oder drahtumwickelte Darmsaiten aufgespannt, die mit den Fingern oder einem Plektrum angeschlagen werden. Die Saiten verlaufen vom Saitenhalter über den Steg, der allein durch den Druck der Saiten auf den Korpus festgehalten wird. Das Banjo hat in der Regel fünf Saiten: vier lange Saiten und eine fünfte, kürzere Melodiesaite, die mit dem Daumen gespielt wird und zu einem Stimmwirbel auf der Hälfte des Halses läuft. Es gibt aber auch so genannte Gitarrenbanjos, die sechs Saiten haben und genau wie eine Gitarre gestimmt und zu spielen sind.
Das fünfsaitige Fingerstyle-Banjo wird mit den Fingern gezupft und ist in der Folk-Musik, im Hillbilly und im Bluegrass verbreitet.
Die Konzertgitarre
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Sie ist sozusagen die Standardgitarre, der Maßstab, alle anderen Arten sind ihr nachgebildet. Die Qualität einer
Konzertgitarre hängt ab von der Fertigkeit des Gitarrenbauers und den ausgewählten Hölzern. Eine Gitarre für den Gitarrenschüler wird natürlich nicht so hochwertig sein wie die für einen Konzertgitarristen. An billigen Gitarren bauen mehrere Leute, an Meistergitarren baut ein Gitarrenbaumeister. Die Preise sind entsprechend. Von hundert DM bis zu mehreren tausend ist alles möglich.
Das Holz fur eine gute Gitarre ist deswegen so teuer, weil es lange lagern muss, um vollkommen durchgetrocknet zu sein, damit es sich später nicht verzieht. In Japan vollzieht man diesen Trocknungsprozess auch künstlich. Vertreter der reinen Gitarrenbaulehre lehnen dies ab. In der Tat bringt der natürliche Alterungsprozess eines Holzes offenbar auch ein Mehr an Klang.
Folgende Hölzer werden beim Bau der Gitarre verwendet:
für die Decke: weiches helles Holz wie Fichte
für den Boden, die Zargen, den Hals mit Kopfplatte und das Griffbrett: hartes, oft dunkles Holz wie Ahorn, Macoré, Palisander, Mahagoni, Ebenholz
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Aus dem Lexikon:
"Zupfinstrument aus Holz mit 8-förmigem Schallkörper, Zargen, flachem Boden und flacher Decke. In die Decke ist ein großes Schallloch eingelassen. Die sechs Saiten (E-A-D-g-h-e) laufen vom Steg über Korpus und Hals zum leicht abgeknickten Kopf." |
Im
Bau einer klassischen Gitarre steckt eine Menge handwerklicher Arbeit, ganz abgesehen vom Können des Instrumentenbauers im Hinblick auf die Auswahl der Hölzer, die letztendlich den Klang bestimmen. Im Gegensatz zur Elektrogitarre kann die Herstellung der Klassikgitarre nur bei billigen Modellen maschinell erfolgen, und das auch nur im Hinblick auf die grobe Säge- und Schleifarbeit. Der Zusammenbau und das Verleimen lässt sich ausschließlich von Hand bewerkstelligen. Viele Firmen lassen daher ihre Instrumente in Billiglohnländern wie Korea herstellen.
Der Beruf des Gitarrenbauers ist selten geworden, aber es gibt ihn noch. Einzelne Gitarrenbaumeister haben sich auf die Herstellung von Einzelmodellen auf Bestellung spezialisiert. Solche Gitarren haben natürlich einen ganz anderen Qualitatsstandard als Fabrikinstrumente.
So ist zum Beispiel die Oberflächenbehandlung
ein Qualitätsmerkmal des Instruments. Während Klassikgitarren aus der
Massenfertigung durchweg mit widerstandsfähigem, hoch glänzendem Klarlack im
Spritzverfahren überzogen sind, werden Meisterinstrumente anders geschützt.
Hier kommt Schellack zur Anwendung.
Schellack wird gewonnen aus einer Harzmasse
(Stocklack), die die in Südostasien vorkommende Lackschildläuse auf Bäumen
hinterlassen, wenn sie die Triebe ausgesaugt haben.
Der Schellack wird in Alkohol gelöst und ist
sehr dünnflüssig. Er wird mit dem Handballen in die Holzoberfläche einpoliert.
Dadurch werden die Holzporen geschlossen, während die Lackschicht auf der
Fläche nur sehr dünn bleibt. Die akustischen Eigenschaften des Instruments
bleiben erhalten, während bei modernen synthetischen Lacken durch die völlige
Abkapselung des Holzes der Ton durchaus beeinflusst werden kann. Aber auch
optisch wirkt die Schellackbehandlung edel und betont die Wärme des Holzes.
Rund 20 Mal wird die Schellackschicht mit dem Ballen aufgetragen, ein sehr
arbeitsintensives Verfahren.
Allerdings bietet die mit Schellack behandelte
Oberfläche kaum Schutz. Unter Wäremeinfluss wird Schellack schnell weich und
es können Abdrücke sichtbar werden. Kratzer und Fingernagelspuren sieht man
sehr deutlich. Erst im Alterungsprozess über Jahre wird die Politur härter und
widerstandsfähiger. Dabei schrumpft der Lackkörper und die Holzporen treten
wieder hervor. Die akustischen Merkmale des Instruments werden durch den
Alterungsprozess jedoch noch verbessert. Musiker, die ihre Klassikgitarre
stark beanspruchen, lassen alle 2-3 Jahre die Schellackpolitur aufarbeiten.
Aber
natürlich kann oder will sich nicht jeder ein Meisterinstrument leisten. Es gibt
aber durchaus Klassikgitarren auch aus japanischen Instrumentenfabriken, mit denen man sich sehen und hören lassen kann.
Konzertgitarren werden in der Regel mit Spezialsaiten bezogen, die weicher und resonanzärmer klingen. Ein solcher Satz Saiten besteht bei den drei hohen Saiten (Diskantsaiten) aus Nylon, während die tiefen Saiten (Basssaiten) aus Kunstseide gefertigt werden, die mit Kupferdraht umsponnen ist.
Eine Konzertgitarre hat ein breites Griffbrett.
Der Konzertgitarrist spielt grundsätzlich sitzend in einer besonderen Haltung. Selbstverständlich hat er das Spiel von Grund auf gelernt und ist notenfest.
Beim
Gitarrenbaumeister
top
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Scharbatke "Bauhaus"
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In Fachmagazinen im In- und Ausland, die sich mit der
Konzertgitarre beschäftigen, stößt man immer öfter auf den Namen
Roland Scharbatke. "Möglicherweise ist Roland Scharbatke der beste Gitarrenbauer
der Neuzeit", heißt es da, oder: "We consider Roland Scharbatke to be one of
the very greatest artists in luthiers building today."
Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass
dieser Gitarrenbaumeister seine Werkstatt ganz in meiner Nähe hat, im
westfälischen Iserlohn. Was also lag näher als ein persönlicher Besuch?
Roland Scharbatke selbst ist ein Mann mittleren
Alters, aufgeschlossen und dynamisch, der mit letzter Konsequenz einzig eine
Idee verfolgt: den Bau einer perfekten Gitarre, seiner Gitarre. Er hat zwei
Meistertitel erworben, als Tischler und als Zupfinstrumentenbauer. Die große
Bandbreite seiner Kenntnisse in der Bearbeitung edler Hölzer fließt deutlich
sichtbar in seine Instrumente ein.
Scharbatkes Werkstatt
allerdings ist genau so, wie man sich den Arbeitsplatz eines solchen
Einzelgängers vorstellt. Im Obergeschoss eines alten Stadtturms gelegen,
mit Gebälk und alten Dielen, Sprossenfenstern und
geputzten Wänden, atmet man schon beim Betreten des Raumes die Luft
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alten Handwerks ein. An den Wänden aufgereit stehen Werkbänke und Holzregale, in
denen wertvollste Hölzer lagern. Überall erkennt man Fragmente von Gitarren:
geleimte Zargen, zum Trocknen aufgehängte Decken und Böden, frisch
geschnittene Hälse samt Kopfplatte.
Was man nicht sieht (und was einen wundert) sind
fertige Gitarren. Das liegt einerseits an der Arbeitsweise des Meisters,
andererseits an der Qualität seiner Produkte. Er arbeitet allein und macht
außer den Mechaniken und Saiten alles selbst. Etwa die Rosetten, die die
Schalllöcher einfassen. Das Holzmosaik ist so fein, dass man seine genaue
Struktur erst mit einer Lupe erkennt. Es besteht aus kleinsten Feldern mit
einer Kantenlänge von 1/3 Millimeter. 900 davon passen auf einen
Quadratzentimeter. Zwei Wochen dauert es, 21 Rosetten zu fertigen.
So nimmt er sich für alle Arbeitsschnitte unendlich
viel Zeit. Viel Sorgfalt wird in die Auswahl der Hölzer gelegt. Scharbatke
wählt Material, das aus der Spaltrichtung des Stammes hervorgeht und legt
dabei selbst Hand an. Man kennt das vom Holzspalten: Die Axt wird
eingeschlagen, das Holzstück nimmt die Energie auf und spaltet sich fast
automatisch in eine bestimmte Richtung. Für den Gitarrenbau bedeutet das, dass
auf diese Weise das natürliche Schwingungsverhalten des Holzes erhalten
bleibt. Das Ergebnis der Holzwahl dokumentiert sich auch in der Maserung,
deren traditionelle parallele Richtung von fein schimmernden Rastern
überlagert wird. Ein absolutes Qualitätsmerkmal.
Ebenso sorgfältig wird die Verleimung vollzogen, die ausschließlich mit
Hautleim, auch Knochenleim genannt, vollzogen wird. Gegenüber modernen Leimen
wie Ponal hat dieser altertümliche Leim den Vorteil, dass er völlig aushärtet.
Ponal bleibt immer ein wenig elastisch. Die Aushärtung garantiert aber die
ungehinderte Übertragung der Schwingungen auf alle verleimten Teile. Ein
elastischer Leim würde dämpfend wirken.
Gerade hatte Roland Scharbatke irgendwo auf dem Trödel
eine Billardkugel aus Elfenbein erstanden, die er mir zeigte. Elfenbein ist
wegen des Artenschutzes anderweitig kaum zu bekommen. Die Kugel hat exakt
einen Durchmesser von 6 Zentimetern. Scharbatke wird daraus 5-6 Saitensättel
schneiden, denn Elfenbein ist das ideale Material dafür.
Ein anderes bemerkenswertes Detail der
Scharbatke-Arbeit steckt in den
Wirbelmechaniken. Sie werden in England in
Handarbeit von David Rogers gebaut, der statt des üblichen Trapezgewindes ein
Schneckengewinde verwendet und dadurch eine außerordentliche Präzision und
Stimmstabilität erreicht. Die ganze Mechanik ist so aufgebaut, dass Scharbatke
sie in die Seiten der Kopfplatte bündig einlassen kann. Hier erkennt man den
Tischler, der Möbelbeschläge auch in die Fläche einlässt und nicht etwa
aufschraubt. Gleiches gilt auch für die Auswahl besonderer Hölzer, deren
Struktur oft von der gewohnten "Gitarren-Maserung" abweicht.
Daraus wiederum ergibt sich eine sehr klare und
unaufdringliche Optik, die Scharbatke durch sein Markenzeichen, die Form der
Kopfplatte, unterstützt. Sie ist nicht in der gewohnten Weise geschwungen,
sondern gerade, fast rechtwinklig. Folgerichtig heißt sein Gitarrenmodel (das
einzige, das er baut) auch - entsprechend dem bekannten prägnant-schlichten
Baustil der Architektur -
"Bauhaus"
. Trotzdem wird es natürlich immer wieder
eine andere Bauhaus, denn die verarbeiteten lebendigen Materialien erlauben
keine Normierung mit immer wiederkehrendem Standard.
Was wiederkehrt, ist die Qualität. Jede
Scharbatke-Gitarre ist ein Unikat mit einem überragenden Klang. Das Instrument
klingt so, dass man als Zuhörer in einem Konzert kaum mehr darauf
achtet, was der Solist spielt. Vielmehr lauscht man den voluminösen, den
Konzertsaal füllenden Tönen, die dennoch fast schwerelos daher kommen und so
klingen, als könne der Spieler sie mit Leichtigkeit und fast ohne eigenes
Zutun erzeugen. Und so kaufen nicht nur Könner diese Gitarren, sondern auch
Kenner - als Wertanlage.
Jeder Laie kann sich vorstellen, dass man hier von
"Gitarrenproduktion" kaum reden kann. Roland Scharbatke fertigt im Monat etwa
ein Instrument, im Jahr also zwölf. Und sie können nie ausgestellt werden,
weil sie alle vorbestellt sind. Von der Auftragserteilung bis zur
Fertigstellung muss man rund drei Jahre warten. Scharbatkes Klassikgitarren
gehen in alle Welt, hauptsächlich aber nach Japan und in die USA, wo sie für
bis zu 20.000 Dollar gehandelt werden. Immer mehr der großen Gitarrenvirtuosen
spielen auf den Konzertbühnen Scharbatke-Instrumente, aber auch bei
Schallplatten-Produktionen, wie Scharbatke mit einer eindrucksvollen
CD-Sammlung dokumentieren kann.
Die Wandergitarre oder Klampfe
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Sie ist der Konzertgitarre sehr ähnlich, aber etwas kleiner und natürlich billiger. Man kann an ihr ein Tragband befestigen und sie dann im Stehen spielen. Wandergitarren werden manchmal mit Stahlsaiten bespannt, damit sie lauter klingen.
Auf einer Klampfe spielt man weniger Melodie als Rhythmus, etwa, um eine Singgruppe zu begleiten. Das kann man sich gut selbst beibringen. Auch das Griffbrett der Wandergitarre ist breit.
Die Flamenco-Gitarre
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Sie hat ihren Namen nach einem beliebten spanischen Tanz und wird zu seiner Begleitung eingesetzt. Weil sie aus sehr leichtem, dünnem Holz gebaut wird, hat sie einen besonders hellen Klang. Auch hier wiederum: ein breites Griffbrett.
Die Westerngitarre
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Diese Gitarre unterscheidet sich von den vorgenannten durch einen besonders großen Körper und ein schmales Griffbrett, das mehr Bünde aufweist und daher dem einer Elektrogitarre ähnelt. Der Körper wird wegen seiner enormen Größe im Englischen bezeichnenderweise "Dreadnaught" genannt, was soviel wie "Flussdampfer". bedeutet. Eine Westerngitarre ist sehr laut. Ihr begegnet man nicht selten auch auf Rockbühnen, wobei sie entweder über Mikrofon oder eingebauten Tonabnehmer verstärkt wird. Westerngitarren sind mit speziellen Westernsaiten (Metall) bespannt. Es gibt Westerngitarren auch in 12-saitiger Ausführung. Das klingt interessant, ist aber von der Stimmung her etwas aufwändiger.
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Gibson Hummingbird Western |
Ovation-Western haben als Besonderheit einen Korpus, der hinten rund ist und aus speziellem Kunststoff besteht. Außerdem ist unter dem Steg ein Tonabnehmer eingebaut, der mit einer leistungsfähigen Klangregelung verbunden ist. Der natürliche Klang von Ovations ist relativ leise. Aber sie werden aufgrund ihres ausgeglichenen Klangbildes und der sehr guten Tonabnahme gern auf der Bühne und bei Studioaufnahmen eingesetzt.
Eine ganz besondere Form in dieser Gruppe von Gitarren stellt die so genannte
Resonatorgitarre dar. Im Jahre 1928 baute John Dopyera erstmals ein solches Modell für seine Firma Dobro. Sie hatte einen Korpus aus Aluminium. Die Schallöffnungen sind so konstruiert, dass sie wie Lautsprecher wirken - und so sehen sie auch aus. Ziel dieser Konstruktion war es, den Gitarristen das nötige Durchsetzungsvermögen zu geben. Während der Dreißigerjahre wurde in Amerika überall Jazz gespielt. Die Bläser waren in dieser Musikrichtung stark vertreten und recht laut. Elektrische Gitarren gab es noch nicht. Also mußte eine Gitarre her, die da mithalten konnte.
Die Resonatorgitarre wurde geboren. Dabei klingt weniger der Korpus als der Resonator, auch Cone genannt. Das ist das in der Mitte auf die Decke geschraubte runde Teil. Der Korpus muss dabei schwingungsfrei sein und besteht aus Metall oder sehr dickem Holz. Die Dobro machte den Anfang und gilt als "das Original". Heute gehört die Marke zu Gibson. Allerdings gibt es inzwischen einige andere Firmen wie der deutsche Hersteller Continental, die Resonatorgitarren herstellen. Eingesetzt werden sie vor allem im Blues und in der Country Music.
Die
12-saitige Gitarre
top
Eine interessante Variante der
Western-Gitarre ist die 12-saitige Gitarre. Diese Gitarrenform
zeichnet sich eben dadurch aus, dass auf ihr 12 Saiten
aufgespannt werden und dadurch der Klang ungleich voluminöser
wird. Entsprechend sind an der Kopfplatte auch 12
Wirbelmechaniken angebracht.
Zunächst einmal weist diese Gitarre
den gleichen Saitensatz auf wie eine normale Western. Zusätzlich
aber werden sechs parallel laufende Zusatzsaiten eingesetzt. Die
Bass-Saiten (und oft auch die G-Saite) werden durch dünnere und
eine Oktave höher gestimmte Saiten ergänzt. Die H- und E-Saite
wird jeweils verdoppelt durch gleichgestimmte Saiten.
Ein typischer Satz für eine 12
String sieht dann so aus:
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Hauptsaiten |
Parallelsaiten |
Stimmung |
|
010p
014p
023w
030w
038w
047w |
010p
014p
010p
014p
018w
027w |
E
H
G
D
A
E |
p = plain = glatt; w = wound =
umsponnen
Da man die doppelten Saiten niemals
ganz genau gleich stimmen kann, entsteht durch die
unterschiedlichen Schwingungen ein natürlicher Chorus-Effekt,
der den Sound sehr fett und dicht macht.
Offene Stimmungen sind auf der
12-saitigen Gitarre auch möglich, etwa DADGAD, wobei die
Parallelsaiten der Stimmung der Hauptsaiten folgen. Aber: Je
nach Art der offenen Stimmung wird die Einsatzmöglichkeit der
Gitarre begrenzt.
 |
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Martin
- 12-saitige Western |
Natürlich muss man seine Spielweise
auch anpassen. Auf dem Griffbrett wird es eng und die doppelten
Saiten verlangen einen erhöhten Fingerdruck. Flinke Läufe aus
Einzeltönen gelingen nur mit viel Routine. Die 12-saitige
Gitarre eignet sich daher in erster Linie für die
Akkord-Begleitung. Bleibt man bei der normalen Stimmung, bleibt
es auch bei den bekannten Griffmustern. So greifen denn auch
Songwriter gern zur 12-Saitigen, um ihrem Sound eine ordentliche
Portion Gitarrenvolumen zu geben. Es sei noch erwähnt, dass es
auch 12-saitige E-Gitarren gibt.
Schöne Beispiele für den Einsatz
dieser Gitarrenart finden wir bei Led Zeppelin (Stairway To
Heaven) und den Byrds (Mr Tambourine Man).
Die Schlag- oder Jazzgitarre
top
Sie hat einen großen, auffallend breiten Körper mit zwei seitlich auf der Decke angeordneten Schalllöchern in f-Form und gleichfalls Stahlsaiten, die nicht direkt am Steg, sondern an einem Saitenhalter befestigt sind und dann erst über den Steg geführt werden. Da die
Jazzgitarre meist mit elektrischen Tonabnehmern gespielt wird, ist sie als Vorläufer der E-Gitarre zu sehen, ein Zwitter also. Aber sie klingt auch ohne Tonabnehmer.
Neue Saiten
top
Nach dem Kauf einer Gitarre - gleich welcher Art
- werden zuallererst neue Saiten aufgezogen. Komisch, das Instrument ist doch neu, oder? Wohl wahr, aber es hat möglicherweise schon länger im Laden gestanden, ist öfter mal getestet worden. Dieser oder jener Musiker hat zwecks Stimmung an den Wirbeln herumgedreht, kurz - die Saiten sind verbraucht und klingen stumpf. Also neue drauf!
Welche Stärke oder Machart man kauft ist Erfahrungssache. Klar ist jedoch, dass man für den jeweiligen Gitarrentyp auch den speziellen Satz anschafft. Also für die Konzertgitarre Nylonsaiten, für die Westerngitarre Westernsaiten und für die E-Gitarre die besonderen Stahlsaiten, die es in unterschiedlichen Sätzen gibt. Anfänger auf der E-Gitarre sollten zunächst nicht allzu dünne Saiten benutzen. Die lassen sich zwar vorzüglich ziehen, es können aber Stimmprobleme auftreten.
Materialien
Man unterscheidet in der Gitarrenbesaitung
zwei Typen von Saiten: die umwickelten (wound) und die puren. Umwickelt sind
bei den Gitarren die drei tiefen Saiten, bei den E-Bässen alle Saiten. Bei der
Umwicklung wird noch unterschieden (im Wesentlichen bei Basssaiten) zwischen
round wound (rund gewunden) und flat wound (flach
gewunden). Bei den Round-Wound-Sätzen wird ein runder Draht um den Saitenkern
gewickelt. Die so gewundene Saite fühlt sich rau an, wenn man darüber streift.
Bei Flat-Wound-Sätzen wird ein flacher Draht um den Kern gewickelt, was
aufwändiger und damit teurer ist. Eine solche Saite fühlt sich glatt und
widerstandslos an. Man bezeichnet solche Saiten daher auch als "geschliffene"
Saiten. Flat Wounds haben den Vorteil, dass man das Quietschen der Finger auf
den Bünden bei Spiel über den Amp nicht so hört, sie klingen allerdings nicht
so drahtig und brilliant wie Round Wounds. Slapper werden sich also kaum Flat
Wounds auf ihren Bass spannen.
Während früher die Saiten der akustischen
Zupfinstrumente aus Darm bestanden, sind die heute aus dem Kunststoff
Nylon. Man kennt Nylon als synthetische Textilfaser. Gerade für die
Konzertgitarre werden hochwertige Nylonsaiten hergestellt. Die drei tiefen
Saiten bestehen aus einem mehrfaserigen Nylonkern, der zusätzlich mit Draht
umwickelt ist, der wiederum aus versilbertem Kupfer besteht (Silverplated
Copper). Die Silberschicht ist extrem dünn und wird mittels Elektrolyse
auf den Kupferdraht übertragen. Die drei hohen Saiten bestehen ausschließlich
aus Nylon.
Auch bei den Saitensätzen der
Westerngitarre sind die tiefen Saiten umwickelt. Dafür wird gerne Bronze
verwendet, eine Legierung aus Kupfer und Zinn. Bronze-Saiten zeichnen sich aus
durch einen vollen, ausgewogenen Klang mit kräftigen Bässen und durchsichtigen
Höhen. Allerdings halten sie ihr Klangniveau nicht so lange wie Silverplated
Cooper oder Nickel und müssen daher öfter gewechselt werden.
Für den Einsatz auf E-Gitarren und Bässen
werden besonders Saiten aus Stainless Steel (rostfreier Stahl)
gefertigt. Sie sind besonders haltbar und haben sehr gute magnetische
Eigenschaften für die Tonabnahme per Tonabnehmer.
Schließlich gibt es noch Saiten aus
Nickel, einer Weiterentwicklung der Stainless-Steel-Saiten. Grundlage
bildet wiederum die magnetisch hervorragende Stahl-Legierung, während der
Wickeldraht per Elektrolyse mit einer dünnen Schicht Nickel überzogen wird.
Dies macht die Saiten länger haltbar, da sie gegen Oxidation geschützt sind.
Zudem vermittelt der Nickelüberzug ein angenehmeres Spielgefühl und soll auch
zu einer geringeren Abnutzung der Bünde beitragen.
Neue Entwicklungen beziehen in den
Saitenüberzug keramische Werkstoffe ein, was die Sache jedoch ungleich
teurer macht. Ob sich diese Saiten durchsetzen, ist noch abzuwarten.
Qual der Wahl
Jeder engagierte Gitarrist sich sollte sich
nicht mit dem erst besten Saitensatz begnügen, sondern sich die Mühe des
Vergleichs machen, um am Ende die für ihn optimalen Saiten heraus zu finden.
Denn jeder Saitentyp vermittelt ein anderes Spielgefühl. Wer öfter zwischen
Klassik- und Wetsrengitarre wechselt, weiß, was gemeint ist. Auch die
unterschiedlichen Saitenspannungen auf diesen Gitarren tragen zum Spielgefühl
bei. So darf man um Himmels Willen keine Westernsaiten auf eine Konzertgitarre
spannen, man würde sie ruinieren. Die Saitenspannung auf der Western ist
ungleich höher, daher hat sie im Hals auch einen Stahlstab.
Eien weitere Frage muss beantwortet
werden, nämlich die nach der richtigen Saitenstärke. Wer die Angaben auf den
Saitenverpackungen liest, verliert schnell den Überblick. Wie auch in anderen
Bereichen der Musiktechnik werden die Maße immer in Inch/Zoll
angegeben. Mit Millimetern könnten wir noch gewisse Vorstellungen verbinden,
diese Maßangaben sind uns aber eher fremd.
Was heißt es also, wenn da steht: .010 - .045
(auch 10er-Satz genannt)? Bei diesem Saitensatz hat die hohe e-Saite die
Stärke (Durchmesser) von 0.009 Zoll, die tiefe E-Saite die Stärke 0.0.45 Zoll.
Man kann es auch umrechnen, indem man für ein Zoll 2,54 Zentimeter einsetzt.
Grundsätzlich kann man sagen, dass
Stahlsaiten die Maßangaben präzise einhalten können, während bei Nylonsaiten
Schwankungen auftreten. Daher sind die Angaben für Saitensätze aus Nylon auch
allgemeiner: low, medium, high oder light,
normal, hard kann es hier heißen. High und hard sind also sehr
dicke Saiten.
Zusätzliche Begriffe wie tension
(Spannung) und gauge (Maß) weisen auf die Spannungseigenschaften der
Saiten hin und eben auf die Maße.
Anfänger tun gut daran, zunächst nicht zu
dünne und nicht zu dicke Saiten zu nehmen. Dünne Saiten verstimmen sich
schneller, dicke Saiten führen schnell zur Verkrampfung. Erfahrene Spieler mit
Fingertechnik nehmen häufig dicke Saiten, um jegliches Saitenschnarren
auszuschalten und einen womöglich volleren Ton zu erreichen. E-Gitarristen
neigen beim Solospiel zu dünnen Saiten, da diese sich besser dehnen lassen.
Spielt man aber mit Bottleneck, so sind dicke Saiten angesagt, die zudem recht
hoch über dem Griffbrett liegen.
Fazit: Saiten sind ein wichtiges Thema für
Gitarristen. Früher oder später wird man seine Vorlieben herausgefunden haben.
Saiten sollten auch regelmäßig im ganzen Satz gewechselt werden, denn
sie verlieren mit der Zeit alle zusammen ihren Klang. Eine einzelne Saite zu
wechseln macht nur Sinn, wenn beim Gig eine reißt.
Saiten aufziehen
Beim Aufziehen der Klangfäden gibt es ein paar Tricks, die zu beachten sind. Beginnen wir mit der Bestückung der Konzertgitarre. Die entsprechenden Saiten haben zwei offene Enden. Eins davon ist farbig markiert und gehört an die
Wirbel.
Das andere Ende wird am kombinierten
Saitenhalter/Steg wie im Bild dargestellt verknotet. Der Knoten ist so angelegt, dass er sich selbst sichert. Der Endknoten ist eigentlich nur bei den drei reinen Nylonsaften als zusätzliche Sicherung nötig, um ein Durchrutschen zu verhindern. Die umsponnenen tiefen Saiten bremsen sich auch ohne Knoten.
Das Wirbelende der Saiten wird so durch das Loch geführt, dass auch hier bei Umdrehung die gespannte Saite über dem Ende liegt und es fest hält. Die Wirbel werden sinnvollerweise immer links herum gedreht, damit sich die Saite von oben einfädelt. Das Saitenende soll auch nie kurz abgeschnitten, sondern möglichst vollständig aufgedreht werden. Ebenso ist darauf zu achten, die richtige Saite zum richtigen Wirbel zu führen, sonst kurbelt man am falschen String herum, bis er reißt.
Bei Western- und E-Gitarre ist das Aufspannen etwas leichter, weil die Saiten an einem Ende ein kleines Bällchen haben, das man direkt in die Saitenhalterung einlegen kann. Verknoten entfällt also. Beim anderen Ende verfahren wir ähnlich wie bei der Konzertgitarre. Die Saiten werden - wie in der Zeichnung "Wirbel" dargestellt - eingelegt und ziehen sich selber mit jeder Umdrehung fest. Sie sollten vom Inneren der Kopfplatte an die Wirbel laufen. Wenn man die Mechaniken links herum dreht, geschieht dies automatisch.
Stimmen
top
Das Stimmen der mit neuen Saiten
bestückten Gitarre wird natürlich zur Pflicht und ist gerade für Anfänger
nicht unbedingt die leichteste Übung. Nun gibt es heute für wenig Geld schon
sehr gute Stimmgeräte. Allerdings sollte der Neuling zunächst den anderen Weg
gehen und sich auf seine Ohren verlassen. Es ist unbedingt wichtig, dass man
ein Gefühl dafür bekommt, wie die einzelnen Saiten und das ganze Instrument -
richtig gestimmt - klingen müssen.
Normale Stimmweise
Beginnen wir zunächst mit der normalen
Stimm-Methode. Alle Saiten der Gitarre sind zueinander im Quintabstand (5
Halbtöne) gestimmt, nur das Intervall zwischenn g und h ist eine Quart (4
Halbtöne). Es hat sich als nützlich erwiesen, mit der Stimmung der A-Saite zu
beginnen, da diese auf den Kammerton A (440 Hz) gestimmt wird. Das ist
der Referenzton für alle Instrumente in unserem Tonsystem. Diesen Ton A
bekommt man von einer Stimmgabel oder einer Stimmflöte, die man sich natürlich
beim Gitarrenkauf direkt mit besorgt hat. Falls man mit einem Tasteninstrument
zusammenspielen will, sollte man sich den Ton A von dort geben lassen, weil er
unter Umständen etwas von 440 Hz abweichen kann.
Ist die A-Saite gestimmt, so geht es
systematisch in folgender Reihenfolge weiter, wobei die Drehung der Wirbel
sehr vorsichtig geschieht:
Stimmen der E-Saite: E-Saite im 5. Bund
drücken und mit der leeren A-Saite vergleichen
Stimmen der D-Saite: A-Seite im 5. Bund
drücken und mit der leeren D-Saite vergleichen
Stimmen der g-Saite: D-Saite im 5. Bund
drücken und mit der leeren g-Saite vergleichen
Stimmen der h-Saite: g-Saite im 4. Bund
drücken und mit der leeren h-Saite vergleichen
Stimmen der e-Saite: h-Saite im 5. Bund
drücken und mit der leeren e-Saite vergleichen
Nach dieser Prozedur spielt man einen Dur-Akkord
und prüft, ob er harmonisch klingt. Es kann gerade bei neuen Saiten durchaus
sein, dass man den gesamten Vorgang noch ein oder zwei Mal durchführen muss,
da sich durch die veränderten Saitenspannungen bereits gestimmte Saiten wieder
ein wenig verziehen.
Stimmen für Fortgeschrittene
top
Erfahrene Gitarristen
stimmen ihr Instrument nach der Flageolett-Methode. Flageolett-Töne werden
erzeugt, indem die Saite mit der Fingerkuppe direkt über dem Bundstäbchen
leicht berührt wird. Wenn nun die Saite angeschlagen wird, entsteht ein
glockenähnlicher Klang. Nimmt man die Fingerkuppe nach dem Erklingen des Tons
schnell von der Saite, klingt der Flageolett-Ton sehr lange nach. Wenn man ein
wenig damit experimentiert, dann merkt man bald, dass sich diese Töne nicht
überall erzeugen lassen.
Eine Gesetzmäßigkeit
dafür scheint beim fünften, siebten oder zwölften Bundstäbchen zu bestehen.
Das hat mit der Schwingungsfrequenz der Saiten zu tun. Der zwölfte Bund
entspricht genau der Mitte der Saite, der siebte Bund einem Drittel, der
fünfte Bund einem Viertel. Bei Halbierung der Saite verdoppelt sich die
Frequenz, so dass der Flageolett-Ton genau der Oktave der leeren Saite
entspricht. Im siebten Bund wird die Saite um ein Drittel verkürzt, der Ton
erhöht sich um drei Quinten und eine Quarte. Im fünften Bund wird die Saite um
ein Viertel verkürzt, der Ton erhöht sich um vier Quinten und eine Quarte, die
Frequenz ist also insgesamt zwei Oktaven höher als der ursprüngliche Ton der
leeren Saite.
Beim Stimmen nach dem
Flageolett-Prinzip achtet man also auf die Übereinstimmung der Schwingungen in
unterschiedlichen Lagen, die bei einer bundreinen Gitarre sehr gut hörbar ist.
Die Tonqualität lässt sich durch diese Methode sehr viel besser beurteilen, da
es sich um die reine Saitenschwingung handelt. Bei der anderen Methode
schwingt (und klingt) auch das Instrument mit. Und es wirkt ungemein
professionell, wenn man seine Gitarre so stimmt!
Wie bei der normalen
Methode wird auch hier das Instrument zunächst auf den Kammerton A "geeicht".
Dann geht es wie folgt weiter:
-
Der Flageolett-Ton am 5. Bund der E-Saite wird
mit dem Flageolett-Ton am 7. Bund der A-Saite verglichen.
-
Der Flageolett-Ton am 5. Bund der A-Saite wird
mit dem Flageolett-Ton am 7. Bund der D-Saite verglichen.
-
Der Flageolett-Ton am 5. Bund der D-Saite wird
mit dem Flageolett-Ton am 7. Bund der g-Saite verglichen.
-
Der Flageolett-Ton am 7. Bund der E-Saite
wird mit der leeren h-Saite verglichen.
-
Der Flageolett-Ton am 5. Bund der E-Saite wird
mit der leeren e-Saite verglichen.
Noch ein Tipp: Beim ersten Stimmen können die Saiten ein klein wenig überdehnt werden (also etwas höher stimmen), aber wirklich nicht zu viel! Dann auf den richtigen Ton zurückdrehen. So erreicht man eine relativ stabile erste Stimmung. Natürlich muss man bei neuen Saiten anfangs öfter mal nachstimmen.
Wem das alles zu mühsam ist, der kann sich -
jedenfalls für die E-Gitarre - der neuesten Technologie bedienen und eine
"selbststimmende Gitarre" anschaffen. Genaueres dazu erfährt der staunende
Musiker bei
www.selftuning.com.
Kaufhilfe
Akustikgitarre
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Maßstab für den Kauf einer akustischen Gitarre ist der Klang, die Bespielbarkeit und der dazu im Verhältnis stehende Preis. Folgende Punkte und Fragen sollte man beachten:
Anfänger = Akustikgitarre mit Nylonsalten
Fortgeschrittener = auch Western- oder E-Gitarre
Verschiedene Musikhandlungen aufgesucht?
Preise und Angebote verglichen?
Jemanden befragt, der von Gitarren Ahnung hat?
Geldrahmen abgesteckt? Von ?
Euro bis ? Euro
Zum Kauf Fachmann/-frau mitgenommen?
Saitenlage zu hoch (mehr als 6 mm)
Saitenlage zu niedrig (weniger als 2 mm)
Saitenlage veränderbar/einstellbar?
Hals gerade?
Gitarre
bundrein?
Liegt das Griffbrett gut in der Hand, nicht zu breit?
Gitarre gut stimmbar, Wirbel gängig?
Klirren die Saiten bei starkem Anschlag (schlecht!)
Klingen alle Saiten gleich laut?
Ist die Musikhandlung bereit zu Einstellarbeiten?
Bietet die Handlung preiswerte Taschen oder Koffer an?
Stimmflöte, Trageband, Plättchen
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